Wissensdrang - Der Uroletter von APOGEPHA
Früherkennung - durchgestrichen Prostatakrebs
Leitlinienupdate Prostatakarzinom August 2025
Früherkennung neu gedacht
Die DRU wird zur Früherkennung nicht mehr empfohlen – stattdessen rückt ein risikoadaptiertes, PSA-basiertes Screening in den Fokus. Männer ab 45 sollen nach ärztlicher Beratung ein PSA-Screening erhalten. Bei sehr niedrigem PSA-Wert reicht eine Kontrolle nach fünf Jahren, sonst alle zwei Jahre. Ab 3 ng/ml ist eine weitere Abklärung empfohlen. 
MRT-Diagnostik gestärkt
Die MRT erhält eine zentrale Rolle in der Primärdiagnostik. Bei PI-RADS 1–2 soll auf Biopsien verzichtet werden. Neu sind Empfehlungen zur genetischen Beratung und zur Bildgebung mit PSMA-PET/CT. 
Therapie: Weniger ist mehr
Bei lokal begrenzten Niedrigrisiko-Tumoren wird nun ausschließlich die aktive Überwachung empfohlen – keine primäre OP oder Bestrahlung. Auch bei günstig-intermediären Tumoren gewinnt diese Strategie an Bedeutung. 
Diese evidenzbasierten Anpassungen fördern eine präzisere, risikoangepasste Versorgung und vermeiden Überbehandlungen.
G-BA prüft risikoabhängiges Angebot
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. Oktober 2025 über ein gezielteres Früherkennungsangebot auf Prostatakrebs beraten: mittels Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert) und Magnetresonanztomographie (MRT). Der G-BA wird im ersten Schritt den aktuellen Stand des medizinischen Wissens zum risikoadaptierten Screening für Männer recherchieren und bewerten, um auf dieser Grundlage zu beraten, wie das neue Angebot im Detail ausgestaltet sein muss. Mit einem Ergebnis ist spätestens in zwei Jahren – also im Oktober 2027 – zu rechnen. Anlass für das nun offiziell gestartete Bewertungsverfahrens war ein Antrag der Patientenvertretung im G-BA und des unparteiischen G-BA-Vorsitzenden, Prof. Josef Hecken.
Die vollständige Leitlinie finden Sie hier:

Autorin
Dr. Kerstin Ahrens
Dr. Kerstin Ahrens
Senior Medical Manager Urologie

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