Die im April 2025 veröffentlichte neu überarbeitete S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“1 bildet den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu einem breit gefächerten Themenkomplex ab. Neu aufgenommen wurden Nebenwirkungen bei Bestrahlung des Urogenitaltrakts, Aspekte der Immuntherapie sowie neu zugelassene Wirkstoffe. Zudem wurde die Leitlinie um zwei Kapitel erweitert: „Kardiotoxizität“ und „Zentrale Neurotoxizität“.
Das Kapitel „Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie“ wurde um radiogene Nebenwirkungen des Urogenitaltrakts ergänzt, die häufig bei Bestrahlungen im Bereich des kleinen Beckens auftreten. Die besprochene akute Symptomatik umfasst unter anderem radiogene Zystitis mit Beschwerden wie Dysurie, Hämaturie, erhöhter Miktionsfrequenz, Dringlichkeit, Nykturie, Inkontinenz und Harnverhalt. Aber auch erektile Dysfunktion, Vaginitis, vaginale Trockenheit und damit verbundene sexuelle Funktionsstörungen wie Dyspareunie werden in der neuen S3-Leitlinie thematisiert.
Die aktualisierte S3-Leitlinie berücksichtigt auch neu zugelassene Arzneimittel, darunter Efbemalenograstim alfa – den durch APOGEPHA vertriebenen ersten langwirksamen PEG(Polyethylenglykol)-freien G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) zur Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten Neutropenie. PEG-freie Arzneimittel gewinnen zunehmend an Bedeutung, da Anti-PEG-Antikörper mittlerweile bei über 80 % der deutschen Bevölkerung vorkommen2 und erhebliche Risiken bei der Verabreichung PEG-haltiger Wirkstoffe bergen können.3
Die neu hinzugekommenen Kapitel ‚Kardiotoxizität‘ und ‚Zentrale Neurotoxizität‘ beschreiben typische klinische Erscheinungsbilder, deren medikamentöse Auslöser, diagnostische Merkmale, Häufigkeit und Risikofaktoren sowie präventive und therapeutische Maßnahmen.
Die supportive Therapie trägt entscheidend dazu bei, die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern, therapiebedingte Nebenwirkungen zu lindern und die Betroffenen während der oft belastenden onkologischen Behandlung zu stabilisieren.
Die vollständige Leitlinie finden Sie hier: