Wissensdrang - Der Uroletter von APOGEPHA
Funktionelle Urologie
Wirkmechanismen von Phytosterol (ß-Sitosterol) in der Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
Das benigne Prostatasyndrom (BPS) ist der Überbegriff für Beschwerden des unteren Harntraktes (LUTS), der Prostatavergrößerung (BPE) und der Blasenauslassobstruktion (BOO). Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) beschreibt in diesem Zusammenhang die histologisch zugrunde liegende Gewebeveränderung im Zuge einer Vergrößerung der Prostata durch eine Zunahme der Zellzahl.

Leitlinien, die sich auf die therapeutischen Optionen des BPS konzentrieren umfassen Pharmakotherapie, Empfehlungen zum Lebensstil, chirurgische Optionen und Phytotherapie. Die aktuelle EAU-Leitlinie (Stand 2022) nimmt keine spezifische Bewertung von Phytotherapien zur Behandlung des BPS vor, klassifiziert jedoch u.a. die Phytosterole als relevante Stoffklasse. Die AWMF S2e-Leitlinie (Stand 2014 –derzeit in Überarbeitung) greift die klinisch signifikante Überlegenheit des Phytosterol-Hauptbestandteils ß-Sitosterol gegenüber Placebo auf.
Hieraus zitiert:
„Phytotherapeutika, die in klinischen Studien eine Überlegenheit gegenüber Placebo gezeigt haben, können bei Patienten mit geringen bis moderaten Beschwerden und Leidensdruck in Betracht kommen, wenn chemisch definierte Präparate abgelehnt werden.“
Wirkmechanismen
Die vorherrschende Hypothese bezüglich der pathophysiologischen Mechanismen des BPS ist eine altersabhängige Veränderung des Hormonhaushalts und ein altersbedingter Gewebeumbau. Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT) wird dabei eine entscheidende Rolle zugeordnet. Durch die Wirkung der 5α-Reduktase wird Testosteron in DHT umgewandelt, ein stärkeres Androgen mit höherer Affinität für den Androgenrezeptor. Die Serumkonzentration von Testosteron sinkt mit zunehmendem Alter, während die Aktivitäten der 5α-Reduktase und des Androgenrezeptors zunehmen. Neuere Studien legen nahe, dass die Entwicklung der BPH mit einer Störung der DHT-unterstützten Homöostase zwischen Zellproliferation und Zelltod einhergeht, so dass proliferative Prozesse die Oberhand gewinnen. Die mitogen-aktivierte Proteinkinase (MAPK)-Signalwege, die von Oberflächenrezeptoren vermittelte Signale mit nukleären Ereignissen verbinden, spielen eine Schlüsselrolle bei Proliferation, Wachstum und programmierter Zellapoptose.
Beeinflussung des Testosteron-Metabolismus
Beeinflussung von Wachstumsfaktoren / Apoptoseinduktion
Anti-inflammatorische Effekte
Fazit
ß-Sitosterol reduziert in vitro die DHT-Synthese und bewirkt den Abbau von DHT. Eine abschwellende, dekongestive Wirkung, durch die Beeinflussung von Wachstumsfaktoren und Entzündungsmediatoren, ergänzt den positiven Effekt der ß-Sitosterol Behandlung.

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Quelle:
1. S2e-Leitlinie der Deutschen Urologen; Konservative und medikamentöse Therapie Urologedes benignen Prostatasyndroms. Urologe. 2015;55:184-94.
2. Oelke M, Hofner K, Wiese B, Grunewald V, Jonas U. Increase in detrusor wall thickness indicates bladder outlet obstruction (BOO) in men. World J Urol. 2002;19(6):443-52.
3. Fakten kompakt APOPROSTAT®forte – Phytotherapie bei leichtem bis mittelgradigem benignen Prostatasyndrom (BPS), THIEME Verlag 2022

Veröffentlicht: 15.09.2022, 7:00 Uhr
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