Wissensdrang - Der Uroletter von APOGEPHA
UROONKOLOGIE
Nierenzellkarzinom-Behandlung Version 4.0
Kombi-Therapien
Für die Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen oder metastasierten klarzelligen Nierenzellkarzinoms (RCC) aller Risikogruppen gibt es mit Cabozantinib + Nivolumab und Pembrolizumab + Lenvatinib zwei neue Kombinationen in der Tool-Box. Bei intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil soll Ipilimumab + Nivolumab zur Anwendung kommen.
Immuntherapie-assoziierte Nebenwirkungen sind in Abhängigkeit von der Schwere der Komplikationen zu therapieren.

CPI-ungeeignete Patienten können bei gutem oder intermediärem Risiko mit Pazopanib, Sunitinib oder Tivozanib behandelt werden, bei ungünstigem Risiko (Achtung, auch diese Bezeichnung ist nun aktualisiert) sollte auf Cabozantinib oder Sunitinib zurückgegriffen werden.
Adjuvanz
In der Adjuvanz soll keine postoperative Strahlentherapie und keine zielgerichtete Therapie mit VEGFR-TKI durchgeführt werden. Eine adjuvante Therapie mit Pembrolizumab soll Patienten mit hohem und intermediär-hohem Risikoprofil angeboten werden. Darüber hinaus kann eine konsolidierende Immuntherapie mit dem Pembrolizumab bei oligotop metastasierten Patienten mit dokumentiert stabiler Erkrankung nach Resektion von Primärtumor und Metastasen durchgeführt werden.
Risikofaktor Trichlorethen
Ein neuer Risikofaktor für das RCC wurde aufgenommen: Das vor allem als Lösungsmittel eingesetzte Trichlorethen ist ein Halogenkohlenwasserstoff, welches Auslöser für die Entwicklung eines RCC sein kann. Patienten, die beruflich einer Trichlorethen-Exposition ausgesetzt waren oder sind, haben möglicherweise Anrecht auf Anerkennung einer Berufskrankheit bei Primärdiagnose eines RCC.
Nicht-Klarzeller
In der aktuellen Fassung der Leitlinie gibt es zum ersten Mal ein Kapitel zur Diagnostik und Therapie des nicht-klarzelligen RCC (nccRCC). Das nccRCC soll histopathologisch nach aktueller WHO-Klassifikation klassifiziert und, soweit notwendig, immunhistochemisch und ggf. molekularpathologisch untersucht werden.
Es gibt keine Entitäts-bezogenen Standards für die nccRCC, Diagnostik, OP und Nachsorge sind unverändert zum klarzelligen RCC.
Therapiert werden nccRCC mit TKI-IO oder IO-IO-Kombinationen, aber auch TKI- oder mTOR-Inhibitoren können zum Einsatz kommen.
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Quelle:
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe,
AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms,
Langversion 4.0, 2023, AWMF-Registernummer: 043-017OL, Zugriff am 20.04.2023.

Veröffentlicht: 02.05.2023, 7:20 Uhr
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